Erkundung der Königsinsel

Auf der Schlossinsel Herrenchiemsee waren bestimmt schon viele. Aber die Aschaffenburger Altstadtfreunde hatten jetzt ein besonderes Erlebnis: Konstantin Buchner, bis vor drei Jahren Chef auf Schloss Johannisburg und jetzt Schlossherr auf Herrenchiemsee, empfing sie als Freund und ließ auch hinter d…

Auf der Schlossinsel Herrenchiemsee waren bestimmt schon viele. Aber die Aschaffenburger Altstadtfreunde hatten jetzt ein besonderes Erlebnis: Konstantin Buchner, bis vor drei Jahren Chef auf Schloss Johannisburg und jetzt Schlossherr auf Herrenchiemsee, empfing sie als Freund und ließ auch hinter die Kulissen seines neuen Reiches blicken. Die Aschaffenburger waren nicht nur von den goldenen Prunksälen und der wunderbaren Parklandschaft beeindruckt, sondern auch von der Arbeit und Technik, die dies alles ermöglicht und erhält.

Moderne Technik war es auch, was damals schon der fortschrittliche König Ludwig II zum Beispiel in den Kellergewölben seines Schlosses einbauen ließ: Mehrere Holzöfen, die ein luxuriöses Bad und die Prunksäle beheizen sollten, einen Aufzug, der einen gedeckten Tisch von der Küche im Untergeschoss in das Speisezimmer heben sollte. Solche Einblicke gehörten zu den Besonderheiten des Besuchs.

Auch der neue Schlossherr setzt auf Technik im Interesse der Natur: Bald werden Holzhäcksel das Heizöl ersetzt haben, und eine Fotovoltaikanlage auf dem Dach einer neuen Lagerhalle Strom erzeugen. Ansonsten will Konstantin Buchner das traditionelle Landschaftsbild pflegen und setzt sich gleichzeitig für die Anpassung an den Klimawandel ein. In den Gewächshäusern wird nach widerstandsfähigen Sorten geforscht. Konstantin Buchner ist auch stolz auf die großen Fledermauspopulationen in den alten Gemäuern. Dass Naturschutz und Gartenbaukunst vereinbar sind, davon ist er überzeugt.

Die Schlösser- und Gartenverwaltung verwaltung beschäftigt 75 Mitarbeiter dauerhaft und in der Saison 120. Auf der 240 ha großen Insel gibt es viel zu tun. Kerngeschäft ist die Pflege des kulturellen Erbes für ein Publikum aus aller Welt. Basis dafür ist harte Arbeit in vielen Gewerken. Neben den Verwaltungsangestellten und Gästeführern arbeiten u.a. Gärtner, Waldarbeiter, Techniker und andere Handwerker, ein Imker mit 30 Bienenvölkern, zwei Mitarbeiter in der Schnapsbrennerei für die Früchte aus dem eigenen Obstgarten und mehrere Fischer. Neben der Arbeit in und an den Gebäuden müssen die Gärten, der parkähnliche Wald, das Wildgehege, die Weiden für Pferde und Rinder sowie die beiden Naturschutzgebiete gepflegt und weiter entwickelt werden. Zur Grundausstattung gehören auch Tankstelle und Feuerwehr. Eine eigene LKW-Fähre versorgt die Insel mit Arbeitsmaterial und schwerem Gerät.

Die Panoramafahrten über den Chiemsee mit der Aussicht auf die imposante Kampenwand und die herbstliche Farbenpracht der Herreninsel im sanften Sonnenlicht erwiesen sich als stimmungsvoller Rahmen für die glanzvolle Architektur und die Gartenkunst. Beim Abschied von Herrn Buchner zeigte sich Josef Forman, Vorsitzender der Altstadtfreunde, überaus beeindruckt. Die Herreninsel sei einer der bedeutendsten Schätze Bayerns und werde es auch bleiben: „Hier ergänzt eine vorbildliche Landschaftspflege die bestmögliche Bewahrung der wertvollen Bau- und Gartendenkmäler.

Verfasser: Wilfried Kaib

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